Gruselige Gestalten im Stollen Halloween im "Teufelsgrund":
Kinder und Jugendlichen lassen sich von Geistern und Skeletten nicht aus der Fassung bringen.

MÜNSTERTAL. Der vor etlichen Jahren über den großen Teich herübergeschwappte Brauch des Halloween-Festes ist auch in Münstertal angekommen. So geschehen tief im Bergwerkstollen "Teufelgrund", wozu die Leitung des Besuchs- und Schaubergwerkes und die Tourist-Information eingeladen hatte.

Angesichts des schmuddeligen Wetters wurde das Angebot für mehrere Dutzend Besucher – darunter auch eine Geburtstagsfeiergruppe aus Biengen und eine Gruppe von der Jugendherberge Breisach – zu einem echten Alternativprogramm. Drinnen im Stollen herrschten mit acht Grad Celsius ohnehin keine geringeren Temperaturen als draußen, obschon auch auf der mehrere hundert Meter langen Stollenstrecke allerhand Bergdruckwasser von oben rieselte. Aber dafür hatte jeder Besucher einen schützenden Helm auf dem Kopf. Und dieser war in der Tat dringend notwendig. Denn kaum hatten Bergwerksdirektor Oskar Burgert und der Geologe Andreas Sawallisch die Besucher begrüßt, als sie sich kurz danach im Stolleninnern in tiefer Dunkelheit vorantasten mussten – begleitet vom schwachen roten Lichtschein der etwa alle 20 Meter brennenden Kerzen. Sawallisch hatte den Besucherstollen in seiner gesamten Länge von 600 Metern in eine Art Gruselkabinett verwandelt. Überall baumelten Geisterhände, Skelette und Totenköpfe. In oder unter rostigen Erzloren guckten die sterblichen Überreste von Berggeistern hervor, und im Maschinenraum hatte der letzte Maschinist noch seine knöchrige Skeletthand am Bedienungshebel. Sawallisch, der zur Führung selbst ins Geisterhemd mit Totenmaske geschlüpft war, versuchte zwar, angesichts der Dunkelheit und einer seltsamen Geräuschkulisse ein wenig von dem Geheimnisvollen und auch Gefährlichen aus der mittelalterlichen Bergbauzeit ins Hier und Heute herüberzuholen, doch die "total angstfreien" Kinder und Jugendlichen ließen sich von Gruben- und Erdgeistern nicht erschrecken, galt doch ihr Hauptinteresse dem Höhepunkt des Berggangs – der Schatzsuche. Mit der Goldwaschpfanne waren alle mit größtem Eifer dabei, aus dem Sand das bunte "Katzengold" heraus zu schwämmen – und das durchaus mit gutem Erfolg.