"Stollenwässerli" und "Katzengold"

MÜNSTERTAL Das traditionelle Bergwerkfest im "Teufelsgrund" – vor knapp zehn Jahren von Bergwerksführer Oskar Burgert aus der Taufe gehoben – lockt alljährlich Mitte August zahlreiche Besucher ins abseits gelegene Muldental am Fuße des Belchen. Wo einst beim Vortrieb der Stollen härteste Arbeit mit Hammer und Schlegeleisen gefordert war, da buddeln jetzt bei der "Schatzsuche" tief im Berg Kinder nach glitzernden (Edel-)steinen im Sand oder erwerben am Mineralienstand vor dem Besuchsbergwerk für ein paar Euro ein ausgewähltes Erinnerungsstück.

Ein Bergwerkfest ohne die „Obersteiger“ ist nicht denkbar. Und die sorgten im 25. Jahr ihres Bestehens am Wochenende im „Teufelsgrund“ für ein zündendes musikalisches Feuerwerk. Zur Bergwerkfesteröffnung am Samstagvormittag um 10 Uhr gab es eine sachkundige Sonderführung inklusive "Stollenwässerli" vom Belchen. Bergwerksführer Christian Pöcher begleitete seine Besucher durch den mehrere hundert Meter langen Stollen. Am frühen Samstagnachmittag war dann die erste "Schatzsuche" angesagt – ein wahres Eldorado für ganz junge (aber auch ältere) Besucher, die unter Anleitung von Geologe Andres Sawallisch sich mit der Goldwaschpfanne erfolgreich auf die Jagd nach dem begehrten "Katzengold" machten. Der großen Nachfrage wegen wurden beide Aktionen im Laufe der beiden Tage mehrfach wiederholt, ebenso die von Oskar Burgert geleiteten Info-Führungen im Asthma-Heilstollen.

Am Samstagabend war dann im Festzelt im "Teufelsgrund" – wie Oskar Burgert es formulierte – "die Hölle los". Die Original-Obersteiger übertrafen sich im 25. Jahr ihres Bestehens selbst und wurden von den Besuchern im proppenvoll besetzten Zelt frenetisch gefeiert, insbesondere von den vielen ausländischen Feriengästen aus Holland, Belgien und Frankreich. Fast nahtlos ging die tolle Stimmung über in den Sonntagvormittag, als von 11 Uhr an die "Egerlandperlen" (eine ideenreiche musikalische Neu-Formation aus dem Südlichen Breisgau und dem Markgräflerland) bei einem Frühschoppenkonzert im Festzelt Originalmusik aus dem Egerland in Perfektion präsentierten.

Vorführungen durch die Höhlenkletterer
Am Sonntagnachmittag gab es Musik vom Feinsten, geboten vom Quintett der Münstertäler Alphornklänge (Emil, Erich, Fritz, Hanno und Sigrid), währenddessen das Münstertäler Feldforschungsteam Markus Herbener und Roland Kottal die Jugend zu Vorführungen der Höhlenkletterer im Stollenabbau einlud. Der Vorplatz beim Besuchsbergwerk war gut bestückt mit farbenprächtigen Exponaten und seltenen Unikaten des Mineralogen Walter Konrad von der March und der einheimischen Familie Lindner. Daneben warben nostalgische Oldtimer-Fahrzeuge im best gepflegtem Outfit um die Gunst der Besucher.

An den beiden Festtagen kamen somit Blasmusikfans und kulinarische Genießer, Mineralien- und Naturfreunde auf ihre Kosten, zumal auch der Sommermonat August seinem Namen voll gerecht wurde. Mit einem stimmungsvollen Tanz und Unterhaltungsabend der Original Obersteiger klang das Bergwerkfest am Sonntagabend aus.